IBM bündelt seine Werkzeuge für die Post-Quanten-Migration in der Suite „IBM Quantum Safe“
IBM Quantum Safe vereint Cryptography Manager, Explorer und Proxy, damit Unternehmen verwundbare Kryptografie finden, die PQC-Migration planen und Datenverkehr schützen.
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IBM hat seine Werkzeuge für Post-Quanten-Kryptografie (PQC) in einer einzigen Produktfamilie zusammengefasst: IBM Quantum Safe richtet sich an Unternehmen, die ihre Systeme auf quantenresistente Verschlüsselung umstellen müssen. Der Konzern kündigte die Suite am 27. Oktober an, während seiner Konferenz TechXchange 2026 in Atlanta, und vertreibt sie laut Produktseite mit kostenloser Testversion sowie über die Marktplätze von IBM und AWS.
Was angekündigt wurde
IBM beschreibt Quantum Safe als einheitliche Suite, die auf dem 2025 eingeführten Guardium Cryptography Manager aufbaut. Das Portfolio besteht aus drei Teilen:
- Quantum Safe Cryptography Manager ermittelt kryptografische Assets und ihren Kontext im IT-Betrieb und dient dazu, die Migration zu planen, umzusetzen und zu steuern.
- Quantum Safe Explorer durchsucht Quellcode und Konfigurationen nach kryptografischen Artefakten, Schwachstellen und Anti-Patterns der Krypto-Agilität und erzeugt Cryptography Bills of Materials (CBOMs).
- Quantum Safe Proxy sitzt zwischen Legacy-Clients und -Servern und solchen, die bereits für PQC gerüstet sind, damit beide zusammenarbeiten können, und wird als Abwehr gegen „Harvest now, decrypt later“-Angriffe positioniert.
IBM gliedert die Arbeit in fünf verbundene Phasen: Strategie, Erkennung, Bewertung, Behebung und kontinuierliche Governance. Organisationen sollen sie wiederholt und parallel für unterschiedliche Anwendungen und Produkte durchlaufen.
Der Praxistest
Als wichtigste Fallstudie nennt die Produktseite IBMs eigenes CIO Office. Mit Quantum Safe Explorer in seiner DevSecOps-Pipeline scannte das Team mehr als 47 Millionen Codezeilen in 5.815 Repositorys und identifizierte über 3.900 Probleme, die für Quantensicherheit behoben werden müssen. Außerdem verweist IBM auf eine Demonstration mit Voyager Technologies, bei der die Kommunikation zwischen der Internationalen Raumstation und der Erde mit Post-Quanten-Kryptografie abgesichert wurde.
Quantum Computing Report merkt an, dass die Proxy-Schicht es Organisationen erlaubt, das Risiko für Daten während der Übertragung zu senken, bevor sie mehrjährige Neuentwicklungen ihrer Kernanwendungen angehen.
Warum das wichtig ist
Die Schwierigkeit der PQC-Migration liegt selten in den neuen Algorithmen, sondern darin, jede Stelle zu finden, an der verwundbare Public-Key-Kryptografie in großen, gealterten Codebasen und weitverzweigten hybriden IT-Landschaften eingesetzt wird. IBMs Ankündigung verweist unter anderem auf die US-Executive-Order 14412, Vorgaben des britischen NCSC und die PQC-Roadmap der EU und erklärt, dass manche Fristen bereits 2030 greifen. Zudem erinnert das Unternehmen daran, dass seine Forschenden die Algorithmen hinter zwei der ersten drei PQC-Standards mitentwickelt haben, die das NIST 2024 veröffentlichte, und dass Erfahrungen aus der Migration der eigenen Produkte und Dienste in die Suite eingeflossen sind.
Worauf zu achten ist
Entscheidend wird sein, wie schnell Kunden von der Bestandsaufnahme zur tatsächlichen Behebung kommen, wie sich der Proxy im Produktivverkehr bewährt und wie sich IBMs Suite im Vergleich zu den Inventar- und Krypto-Agilitäts-Werkzeugen spezialisierter PQC-Anbieter schlägt.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus den unten aufgeführten Quellen und wurden von DesignQuantum abgerufen.
- What's New: IBM Quantum Safe enables confident post-quantum cryptography migration (IBM) ibm.com
- IBM Quantum Safe (product page) ibm.com
- IBM Launches Unified Quantum Safe Software Suite to Automate Enterprise PQC Migration (Quantum Computing Report) quantumcomputingreport.com
- IBM TechXchange 2026 ibm.com