Lumen fördert Quantennetz-Forschung an der Ohio State und terminiert PQC für seinen SASE-Dienst
Lumen unterstützt Forschung der Ohio State zu Quantenverbindungen über verlegte Glasfaser und plant Post-Quanten-Kryptografie von Fortinet in seinem SASE ab November 2026.
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Lumen Technologies, der an der Nasdaq notierte Glasfasernetzbetreiber, hat am 29. Oktober mehrere Initiativen angekündigt, die Quantentechnologie an zwei Stellen berühren: eine Investition in Forschung an der The Ohio State University dazu, wie bereits verlegte Glasfaser Quantensignale über große Entfernungen übertragen könnte, und den Plan, seinen auf Fortinet basierenden Dienst Secure Access Service Edge (SASE) um Post-Quanten-Kryptografie (PQC) zu erweitern. Dieselbe Ankündigung umfasste zudem eine Zusammenarbeit mit Emerald AI im Bereich KI-Netzwerke.
Was angekündigt wurde
Laut der Pressemitteilung von Lumen unterstützt die Investition Arbeiten in Quanteninformationswissenschaft und -technik an der Ohio State, die bereits Bundes- und Landesmittel erhalten und verlegte Glasfaser nutzen. Lumen zufolge sollen die Ergebnisse helfen zu verstehen, wie das eigene Glasfasernetz künftig Quantennetzwerke tragen könnte.
Im Sicherheitsbereich will Lumen die in Fortinets FortiOS verfügbaren PQC-Funktionen in sein SASE-Angebot integrieren, das auf FortiGate-Technologie aufbaut. Das Unternehmen nennt einen Zeitplan: erste Verfügbarkeit im November 2026, allgemeine Verfügbarkeit geplant für Januar 2027. Außerdem will Lumen Kunden helfen, Schwachstellen in ihrer Verschlüsselung zu erkennen und auf quantenresistente Sicherheit umzusteigen.
Die technischen Details
Nach Angaben von Lumen hat die Forschung an der Ohio State zwei Schwerpunkte. Der erste ist die Vernetzung über große Distanzen: Untersucht werden die optischen Technologien, die nötig sind, um Quantensysteme an verschiedenen Standorten zu verbinden. Der zweite ist verteilte Sensorik: Es geht darum, wie Quantentechnologien das geophysikalische Monitoring verbessern und Bedingungen erkennen könnten, die die Netzleistung beeinträchtigen.
Das Netzproblem ist grundlegend. Quantenzustände lassen sich nicht kopieren, deshalb können die optischen Verstärker, die gewöhnliche Signale auf langen Glasfaserstrecken auffrischen, nicht einfach für Quanteninformation genutzt werden. Um Verschränkung oder Quantenzustände über ein Metro- oder Fernnetz zu verteilen, braucht es neue Hardware und Protokolle – und bereits verlegte Carrier-Glasfaser ist dafür ein naheliegendes Testfeld.
Der PQC-Plan zielt auf ein näherliegendes Risiko. Lumen verweist auf das Szenario „jetzt sammeln, später entschlüsseln“, bei dem heute abgefangener verschlüsselter Datenverkehr entschlüsselt werden könnte, sobald ausreichend leistungsfähige Quantencomputer existieren. Der Umstieg des Unternehmensverkehrs auf quantenresistente Algorithmen ist die übliche Gegenmaßnahme.
Warum das wichtig ist
Große Netzbetreiber besitzen die Glasfaser, auf der ein künftiges Quanteninternet aller Voraussicht nach laufen wird; ihr Engagement in der Quantennetz-Forschung ist daher ein früher Hinweis darauf, wie schnell die Technologie die Testumgebungen der Universitäten verlassen könnte. Auf der Sicherheitsseite wandert PQC von Standarddokumenten in kommerzielle Netzdienste mit festen Terminen – für Unternehmenskunden eine konkrete Option zur Prüfung statt eines bloßen Roadmap-Punkts.
Lumen-CEO Kate Johnson beschrieb das Vorhaben als Versuch, „das Fundament für eine vernetzte Quantenzukunft zu legen“, und zugleich Unternehmen auf neue Sicherheitsbedrohungen vorzubereiten.
Worauf zu achten ist
Der erste Meilenstein ist der Start von PQC im SASE-Dienst von Lumen im November 2026 und der Übergang zur allgemeinen Verfügbarkeit im Januar 2027 – einschließlich der Frage, welche Algorithmen und Konfigurationen Kunden nutzen können. Bei der Arbeit an der Ohio State werden veröffentlichte Ergebnisse und mögliche Feldversuche auf Lumens verlegter Glasfaser die nächsten Signale sein.
Quellen
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